Puppenspiel mit Kindern: Wie Puppen die sprachliche, soziale und emotionale Entwicklung fördern

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Wer schon einmal ein Puppenspiel mit Kindern beobachtet hat, weiß, dass die Kleinen hier die real erlebten Dinge nachspielen. Puppen fördern damit die geistige, soziale und emotionale Entwicklung von Mädchen und Jungen.

Puppenspiel mit Kindern: Aus pädagogischer Sicht ganz klar wertvoll

Es ist rar geworden in den Kinderzimmern dieser Welt: Das Puppenspiel mit Kindern nimmt mehr und mehr ab und macht Spielen Platz, die die Aufmerksamkeit schnell fesseln. Elektronische Spiele haben Einzug gehalten, sie locken die Kinder mit schrillen Tönen und bunten Lichtern. Gleichzeitig lassen sie jegliche Fantasie schwinden, denn die Spiele sind meist vorgegeben.

Das Tablet für Kleinkinder, die Multifunktionskamera und das Kinder-Keyboard, bei dem noch nicht einmal selbst Musik gemacht werden kann, sondern bei dem die Melodien auf Tastendruck durch das Zimmer gellen: Diese Dinge sind für Kinder spannend und lassen die Welt der traditionellen Spielzeuge vergessen. Gleichwohl schränken sie die Fantasie ein. Hier können Kinder nichts nachspielen, was sie in ihrem Alltag erleben. Sie empfinden dabei keine Gefühle noch einmal, verspüren nicht den Drang, das Spiel weiterzuentwickeln.

Dabei ist das Puppenspiel mit Kindern ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der Kleinen. Experten bezeichnen Puppen als Übergangsobjekte, die in schwierigen Momenten Trost spenden können. Puppen, wie sie auf puppen.net zu finden sind, sind realistisch gestaltet und immer da, wenn Mama und Papa gerade keine Zeit haben.

Kinder müssen lernen, dass sie auch auf anderen Wegen als nur mit den Eltern Trost finden können. Sie sollen mit diesem Übergangsobjekt einen vertrauten Gegenstand haben, mit dem sich die Abwesenheit der Eltern als weniger schmerzhaft empfinden lässt. Die Puppe nimmt einen wichtigen Stellenwert ein, sie tröstet, hört zu und kann notfalls sogar das Ventil sein, wenn der kindliche Frust allzu groß wird.

Das Puppenspiel mit Kindern kann in vielerlei Hinsicht sehr wertvoll sein. (Foto: Shutterstock - Nestyda)

Das Puppenspiel mit Kindern kann in vielerlei Hinsicht sehr wertvoll sein. (Foto: Shutterstock – Nestyda)

Förderung der Entwicklung über das Puppenspiel mit Kindern

Wer ein Puppenspiel mit Kindern beobachtet, wird feststellen, dass sie nicht einfach nur Dinge nachstellen. Sie spielen „Mutter, Vater, Kind“ und behandeln das Kleine so, wie sie selbst behandelt werden. Das wiederum bedeutet, dass die Kinder wichtige soziale Komponenten erlernen, denn sie festigen über das Spiel die Regeln des familiären Zusammenlebens.

Die kleine Puppe wird zum eigenen Ich, das Kind zu Mama oder Papa. Darüber lernen Kinder, empathisch zu handeln und ein soziales Verständnis zu entwickeln. Die Puppe ist aus dem Puppenwagen gefallen? Die Puppenmama oder der Puppenpapa versucht zu trösten, die Puppe tut dem Kind leid und es empfindet den imaginären Schmerz beinahe körperlich.

Mit der Puppe fürs Leben lernen

Kinder entwickeln im Spiel mit Puppen eine gewisse Fürsorge und übernehmen Verantwortung für ein anderes Wesen. Was beim Puppenspiel mit Kindern gefestigt ist, klappt später auch im richtigen Leben, denn bereits im Kindesalter wird mit den Puppen der Grundstein für das spätere soziale Verhalten gelegt.

Nicht zuletzt lässt sich über ein Puppenspiel mit Kindern deren körperliche Entwicklung verbessern. Schon im Alter von zwei Jahren versuchen die Kleinen, die Babypuppe anzuziehen, zu füttern und zu wickeln. Das erfordert eine gute Hand-Augen-Koordination und verbessert nach und nach die motorische Entwicklung des Kindes.

Aus den genannten entwicklungsphysiologischen Gründen ist das Spiel mit Puppen für alle Kinder wichtig und hier dürfen auch keine Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen gemacht werden. Eltern, die ihren Jungen verbieten, mit Puppen zu spielen, sind längst hinter der modernen Zeit und den Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie zurückgeblieben. Auch kleine Jungen müssen lernen, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, sollen sie doch später im Leben ebenfalls empathisch und sozial verantwortungsbewusst handeln!

Woher kommt das Puppenspiel mit Kindern?

Puppen existieren seit mehreren Jahrtausenden, die ersten Modelle wurden aus der Zeit um 3000 bis 2000 v. Chr. als Grabbeigaben gefunden. Sie sollten Bedienstete darstellen und den Verstorbenen in ihrem nächsten Leben zur Seite stehen. Diese Puppen waren keine Spielzeuge, wie wir sie heute kennen. Vielmehr waren sie zu kultischen Zwecken hergestellt worden.

Erst in der Römerzeit bekamen die Kinder der Reichen die ersten Puppen zum Spielen, wobei diese Puppen noch bis ins 18. Jahrhundert hinein eher wie Erwachsene und nicht wie Kinder aussahen.

Wann wurde die Babypuppe erfunden?

Die erste Babypuppe gab es im Jahr 1710, von da an verbreiteten sich verschiedene Puppen in allen Größen. Auch die Puppentheater kamen bald auf, dienten aber anfangs noch der Belustigung von Erwachsenen. Heutige Puppentheater hingegen richten sich an Kinder jeder Altersstufe und stellen Alltagssituationen nach, lösen alltägliche Probleme oder spielen Märchen und Geschichten mit beliebten Kinderfiguren nach.

Die Lieblingspuppe: Welche Puppen lieben Kinder am meisten?

Heute lieben Kinder ihre Puppen, diese sind ein Stück von ihnen selbst. Dabei ist auffällig, dass manche Puppen durchaus Vorrang vor anderen haben. Die Babypuppe, die gefüttert und aufs Töpfchen gesetzt werden kann, die auf Knopfdruck krabbelt und etwas vor sich hin brabbelt, mag zwar auf der Wunschliste vieler Kinder ganz oben stehen.

Dennoch sind es meist die traditionellen Puppen, die in all den Jahren der Kindheit einen besonderen Platz im Herzen der Kleinen haben. Die wichtigste Puppe darf teilweise sogar bei Erwachsenen bleiben, auch wenn sie nicht selten in einem Karton oder in der hintersten Schrankecke versteckt wird. Schließlich ist man doch schon groß! Doch ein Teil der eigenen Seele steckt immer auch in der Lieblingspuppe, die immer da war, wenn etwas schwierig wurde und die um ihrer selbst willen geliebt wurde – ganz so, wie es sich auch Kinder wünschen.

Mit dem Puppenspiel kann auch die Sprache der Kinder gefördert werden. (Foto: Shutterstock - fizkes)

Mit dem Puppenspiel kann auch die Sprache der Kinder gefördert werden. (Foto: Shutterstock – fizkes)

Puppenspiel mit Kindern: Über das Puppentheater die Sprache fördern?

Viele Eltern kommen in die Praxen der ansässigen Logopäden und machen sich Sorgen: Die Kleine spricht nicht richtig, der Sohn sagt mit drei Jahren noch kein einziges Wort. Andere Kinder haben mit dem Eintritt ins Schulalter immer noch Schwierigkeiten, Laute richtig auszusprechen.

Warum falsches Spielzeug den Spracherwerb verhindert

Dass der mangelnde Spracherwerb vielleicht mit dem falschen Spielzeug zusammenhängen könnte, darauf kommt kaum jemand. Doch genauso ist es! Es ist viel einfacher, die Kleinen vor dem Fernseher oder vor elektronischen Spielzeugen zu „parken“, denn hier sind sie oft für längere Zeit regelrecht ruhiggestellt. Doch die Probleme, die sich daraus für die kindliche Entwicklung ergeben, sind vielfältig:

  • mangelnder oder später Spracherwerb
  • fehlende Empathie und schwach ausgeprägtes soziales Verhalten
  • keine Übernahme von Verantwortung
  • erschwerte Kommunikation in Frustsituationen
  • geringe Frustrationstoleranz

Gerade der erste Punkt des mangelnden Spracherwerbs ist längst belegt. Schließlich sollen Kinder laut Aussage von Logopäden und Entwicklungspsychologen „in Sprache baden“. Sie sollen dazu angehalten werden, eigene Tätigkeiten zu kommentieren, sollen in Gespräche einbezogen werden. Sie brauchen Erklärungen für Alltagsdinge und das gemeinsame Anschauen von Bilderbüchern, um Bilder und Sprache in einen Kontext bringen zu können.

Logopädische Modelle und Herangehensweisen

Es gibt mittlerweile verschiedene logopädische Modelle und Herangehensweisen, die im Kampf gegen die fehlenden Worte hilfreich sein sollen. Denn auch wenn viele Eltern annehmen, dass eine fehlerhafte Entwicklung bei ihrem Kind vorliegen müsse, ist es doch eine Tatsache, dass dem Spracherwerb generell zu wenig Aufmerksamkeit in der modernen Welt geschenkt wird. Die Sprache kommt nicht von allein und beim sturen Starren auf einen Bildschirm lernt kein Kind sprechen.

So fördert das Puppentheater Sprache

Logopäden setzen nicht selten das Puppentheater ein, um die kleinen Patienten zum Sprechen zu bewegen. Die Kinder sollen dem Puppenspieler sagen, welche Worte er den Puppen in den Mund legen soll. Vielleicht bekommen die Kleinen auch selbst eine Handpuppe und werden zum Akteur im Puppentheater.

Das falsche Spielzeug kann den Spracherwerb der Kinder verzögern. (Foto: Shutterstock - Ilike)

Das falsche Spielzeug kann den Spracherwerb der Kinder verzögern. (Foto: Shutterstock – Ilike)

Wie sprechen Babys vor dem Spracherwerb?

Der Kontakt mit der Sprache ist wichtig und das nicht nur in den logopädischen Sitzungen. Auch zu Hause sollen die Kleinen ständigen Kontakt mit Sprache haben und das bestenfalls bereits vor der Geburt. Denn es ist erwiesen, dass schon ungeborene Babys die Sprachmelodie der Mutter erkennen, auch wenn sie noch keine Worte verstehen. Deren Bedeutung wiederum lernen sie in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt, sobald sie scharf sehen und Gegenstände sowie Personen mit dem immer gleich klingenden Wort in Verbindung bringen können.

Babys äußern ihre Gefühle über Laute und Schreie, daraus werden schon bald die ersten Worte werden. Aber nur, wenn die Kleinen die richtige Unterstützung bekommen und die wird letzten Endes auch durch das Puppenspiel mit Kindern sowie durch kleine Vorführungen im Puppentheater gegeben. Kinder lernen eine Sprache nie wieder so schnell wie im Baby- und Kleinkindalter. Eltern sollten das im Puppenspiel mit Kindern nutzen und dafür sorgen, dass die Kleinen ihr tägliches „Bad in Worten“ erhalten.

Welche Puppen eignen sich für das Puppenspiel mit Kindern?

Als Faustregel gilt, dass für das Puppenspiel mit Kindern das Alter des Kindes maßgeblich ist. Daher sollten Puppen für Kleinkinder so einfach wie möglich sein, kleine Stoffpuppen in angemessener Größe sind ausreichend. Diese können sogar mit ins Bettchen genommen werden und sind damit nachts der wichtigste Kontakt, falls sich ein böser Traum einschleicht oder das Kleine plötzlich wach wird.

Warum Puppen nicht lachen oder weinen sollten

Puppen sollten einen möglichst neutralen Gesichtsausdruck haben, dabei aber freundlich schauen. Der Grund: Mit einem neutralen Gesichtsausdruck lassen sich verschiedene Gefühle in die Puppe hineininterpretieren. Für Kinder bis zum Alter von zwei bis drei Jahren reicht es daher, wenn die Puppe Augen und einen Mund hat, der höchstens ein wenig zum Lächeln verzogen ist.

Mit Puppen, die ein breites Grinsen im Gesicht haben, lässt es sich nicht gut spielen, denn diese eigenen sich nur zum fröhlichen Spiel. Soll das Puppenkind aber doch einmal weinen, übersteigt das die Vorstellungskraft des Kindes. Um eine angemessene Hilfe bei der emotionalen Entwicklung, sollen die Puppen daher einen möglichst großen Spielraum der Gefühle zulassen.

Ab welchem Alter sollte die Puppe „mehr“ können?

Im Alter von ca. drei bis vier Jahren sollen die Puppen dann mehr Details aufweisen. Sie können beispielsweise Schlafaugen haben, damit das Spiel realistischer möglich ist. Sie können als Babypuppen einen Nuckel im Mund haben und sie dürfen Kunststoffarme und -beine besitzen, damit sie besser sitzen oder Dinge halten können. Doch keine Puppe muss perfekt sein, sie soll schließlich die Fantasie des Kindes nicht einengen.

Was Eltern aus dem Puppenspiel über ihre Kinder lernen können

Puppen können teilweise auch zum Opfer werden und bekommen Schläge. Auch wenn das Kind selbst natürlich nicht geschlagen wird, spürt es doch teilweise Ärger in der Familie oder ist eifersüchtig auf das Geschwisterkind. Dann wird der Frust gern an der Puppe ausgelassen.

Auch wenn das Puppenspiel mit Kindern teilweise erschreckend wirkt, sollten Eltern nicht eingreifen, sondern vielmehr versuchen, herauszufinden, warum das Kind so reagiert. Es soll lernen, seinen Frust verbal zu kommunizieren, was sich wunderbar über das Puppenspiel erlernen lässt.

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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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